Kommunikationsmethoden

In der Mediation kommen in den unterschiedlichen Phasen verschiedenen Kommunikationsmethoden zum Einsatz. Diese verfolgen u.a. das Ziel, den Medianten eine andere Sichtweise auf den Konflikt zu ermöglichen, die Position des Kontrahenten zu sehen und zu verstehen. Auch dienen einige Methoden der strukturierten und übersichtlicheren Darstellung des Konfliktes bzw. der Konfliktthemen und der vorgeschlagenen Lösungoptionen.

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören vermittelt den Medianten das wir in dem Moment ganz bei ihnen und ihren Problemen sind. Das erreichen wir durch folgende Maßnahmen:

  • Rückfragen
  • Paraphrasieren (mit anderen Wörtern oder Ausdrücken umschreiben)
  • Aufmerksamkeit signalieren durch Blickkontakt, verbale/nonverbale und vokale Bestätigung
  • Notizen machen
  • Strukturiertes Zusammenfassen/Wiederholen und Rückbestätigung einholen („Habe ich Sie so richtig verstanden…?“)
  • Augenkontakt
  • Frage am Ende des Satzes:

Strukturiertes Zusammenfassen als Mittel des aktiven Zuhörens

Der Mediator fasst kurz und knapp in eigenen Worten das gesagte zusammen. Diese Vorgehen verfolgt folgende Ziele (3 Elmente des Zusammenfassens):

  1. Ordnungselement: schafft eine Ordnung bzw. Struktur im gefühlten Dschugel des Konfliktes.
  2. Klärungselement: das zusammenfassen und neu wiedergeben der Inhalte hilft dem Medianten bei ihrer Klärung des Konfliktes.
  3. Sprachstrukturelement: der Mediator fasst zusammen, wenn der mediant ausufernd erzählt oder sich ständig wiederholt.

Zusammenfassung ohne Bewertung hat das Ziel eine Formulierung zu finden, die den Sachverhalt wiedergibt aber keine Wertung enthält.

Perspektivübernahme

Die Perspektivübernahme dient dazu, das gegenseitige Verständnis der Konfliktbeteiligten untereinander zu fördern und die Hintergründe, Emotionen und Interessen der Beteiligten besser nachvollziehen zu können.

Erreicht wird der Perspektivwechsel durch verschiedene Methoden. Geordnet nach aufsteigender Intensität sind das:

  • der kontrollierte Dialog – Schilderung aus der Sicht der anderen Partei mit eigenen Worten, Nachfragen ob alles richtig verstanden wurde
  • Perspektivübernahmefragen, z.B.:
    • Was löst es bei Ihnen aus, wenn Sie das hören?
    • Können Sie sich vorstellen, wie sich „A“ fühlt?
    • Wie geht es dabei, wenn sie das hören?
  • Platzwechsel – die Medianten tasuchen die Plätze